Kubanischer Oppositioneller entführt – Oswaldo Payá: „Lassen uns nicht einschüchtern“

(Havan­na) Oswal­do Payá Sar­di­ñas, Koor­di­na­tor der katho­li­schen kuba­ni­schen Oppo­si­ti­ons­be­we­gung Movi­mi­en­to Cri­stia­no Libe­r­aci­on (MCL), gab bekannt, daß Beam­te der kuba­ni­schen Staats­si­cher­heit am 19. Novem­ber Rei­nal­do Cruz Velás­quez, ein Mit­glied des MCL aus Váz­quez in der Pro­vinz Tunas ver­haf­te­ten.

Payá erklär­te, daß Rei­nal­do Cruz um 11 Uhr mor­gens ver­haf­tet wur­de, weil er Unter­schrif­ten für den von Dis­si­den­ten gefor­der­ten Gesetz­ent­wurf zur „natio­na­len Ver­söh­nung“ Pro­yec­to Her­e­dia sam­mel­te, das allen Kuba­nern Rei­se­frei­heit ins Aus­land und Bewe­gungs­frei­heit in Kuba „ohne Ernied­ri­gung, ohne Ter­ror und ohne Dis­kri­mi­nie­rung“ garan­tie­ren soll. Es soll auch die freie Ein­rei­se der Exil­ku­ba­ner nach Kuba sicher­stel­len, die für die Fami­li­en­zu­sam­men­füh­rung und natio­na­le Ver­söh­nung unum­gäng­lich sei, so die MCL.

Das „Pro­jekt Her­e­dia“ ist eine Initia­ti­ve der Christ­li­chen Bewe­gung Befrei­ung (MCL), die im Dezem­ber 2007 vor­ge­stellt wur­de. Da die Regie­rung die Umset­zung bis­her ver­wei­ger­te, ver­sucht die Dis­si­den­ten­grup­pe Unter­schrif­ten zur Durch­set­zung zu sam­meln.

Payá sag­te der Pres­se, daß die Ent­füh­rer Cruz Vélas­quez ver­mumm­ten und an einen unbe­kann­ten Ort ver­schleppt haben. Dort ver­such­ten sie, Cruz mit Dro­hun­gen ein­zu­schüch­tern. „Die Offi­zie­re der Staats­si­cher­heit droh­ten ihm Schlim­mes an und sag­ten, daß sie es mit uns allen so machen wer­den“, so Payá.

Am Abend des glei­chen Tages wur­de der Ent­führ­te auf einer Stra­ße sei­nes Hei­mat­or­tes aus­ge­setzt.

„Weder die Dro­hun­gen noch der Schrecken der des­po­ti­schen mili­tä­ri­schen Regie­rungs­form, die den Kuba­nern nur Lüge, Angst und Mise­re anbie­tet, wird uns von unse­rem Kampf für die Frei­heit und die Rech­te unse­res Vol­kes abbrin­gen“, so Oswal­do Payá, füh­ren­der Kopf der kuba­ni­schen Oppo­si­ti­on.

(ACI/Giuseppe Nar­di, Bild: ACI)