Al-Kaida: „Christen sind ab heute eine legitime Zielscheibe“ – Drohung gegen Vatikan: „Letzte Chance für Katholiken“

(Bag­dad) „Das Ulti­ma­tum an die Kir­che von Ägyp­ten zur Frei­las­sung der zwei mos­le­mi­schen Frau­en, die von ihr gefan­gen­ge­hal­ten wer­den, ist abge­lau­fen. Wir haben kei­ne Ant­wort erhal­ten. Ab jetzt seid ihr alle in den Krieg gegen den Islam ver­wickelt, des­halb paßt auf die See­len eurer Anhän­ger auf“ Die­ses Kom­mu­ni­qué wur­de vom soge­nann­ten „Kriegs­mi­ni­ste­ri­um des Isla­misch-ira­ki­schen Staa­tes (ISI) ver­brei­tet. Hin­ter die­sem Namen ver­birgt sich die ira­ki­sche Zel­le von Al-Kai­da. Die Ter­ror­grup­pe bezich­tig­te sich auch des blu­ti­gen Über­falls vom 31. Okto­ber auf eine katho­lisch-chaldäi­sche Kir­che in Bag­dad. Bei dem Atten­tat wur­den 37 Katho­li­ken, sie­ben Poli­zi­sten und fünf Ter­ro­ri­sten getö­tet.

Das Kom­mu­ni­qué gegen „alle Chri­sten“ wur­de über ein­schlä­gi­ge isla­mi­sti­sche Inter­net­sei­ten ver­brei­tet. Bei den bei­den, angeb­lich von der kop­ti­schen Kir­che in Ägyp­ten gefan­gen­ge­hal­te­nen mus­li­mi­schen Frau­en han­delt es sich in Wirk­lich­keit um Cami­lia Che­hata und Wafa Costan­ti­ne. Die bei­den Chri­stin­nen sind die Ehe­frau­en zwei­er kop­ti­scher Prie­ster. Isla­mi­sti­sche Krei­se behaup­ten, die bei­den Frau­en hät­ten sich zum Islam bekehrt und wür­den nun in einem kop­ti­schen Klo­ster gegen ihren Wil­len gefan­gen­ge­hal­ten.

Wie die Falsch­mel­dung über die angeb­li­che Kon­ver­si­on ent­stan­den ist, läßt sich nicht mehr nach­voll­zie­hen. Die behaup­te­te Bekeh­rung und Gefan­gen­schaft der Frau­en wur­de inzwi­schen mehr­fach von den betrof­fe­nen Frau­en, der kop­ti­schen Kir­che, von isla­mi­schen Wür­den­trä­gern und sogar der Mos­lem­bru­der­schaft in Ägyp­ten ent­schie­den zurück­ge­wie­sen. Die erfun­de­ne Geschich­te ist längst zum Selbst­läu­fer extre­mi­sti­scher Kräf­te gewor­den, die sie zur Auf­sta­che­lung anti­christ­li­cher Res­sen­ti­ments ein­setzt.

Al-Kai­da erklär­te mit dem Kom­mu­ni­qué alle Chri­sten zu „legi­ti­men Zie­len“ isla­mi­scher Angrif­fe. Die heu­te von der ira­ki­schen Al-Kai­da-Zel­le ver­brei­te­te Dro­hung bezieht sich aus­drück­lich auch auf den Vati­kan.

Trotz ihrer Wil­lens­be­kun­dung Chri­sten angrei­fen zu wol­len, behaup­ten die Ter­ro­ri­sten, den Katho­li­ken der Kir­che von Rom noch eine Chan­ce zu geben. So stell­te das „Kriegs­mi­ni­ste­ri­um“ des isla­misch-ira­ki­schen Staa­tes fest, daß „ab heu­te“, alle Kir­chen und christ­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen und deren Füh­rer ein „legi­ti­mes Ziel der Muja­hed­din“ sind. Es füg­te jedoch an: „Die Poly­the­isten und ihre Füh­rer im Vati­kan müs­sen wis­sen, daß das Schwert nicht auf den Kopf ihrer Anhän­ger fällt, wenn sie ihre Unschuld beteu­ern und sich von dem distan­zie­ren, was von der ägyp­ti­schen Kir­che getan wur­de.“

Al-Kai­da for­dert zudem von den Katho­li­ken, „den Muja­hed­din ein­deu­tig zu zei­gen, daß sie sich bemü­hen, Druck auf die ägyp­ti­sche Kir­che aus­zu­üben, um die Frei­las­sung der bei­den gefan­gen­ge­hal­te­nen Frau­en zu errei­chen.“

(Asianews/Giuseppe Nar­di, Bild: Asia­news)