Heiliges Land: Der Kampf um die Patriarchengräber

(Jerusalem) Israels Ministerpräsident Netanyahu und Palästinenserpräsident Abbas beschuldigten sich gegenseitig der „Heuchelei“ und der „Provokation“. Grund ist die Entscheidung der israelischen Regierung, das Grab Rachels und die Grotte der Patriarchen zum „nationalen Erbe“ zu erklären. Sie zählen zu den heiligen Orten der Juden, die auch von den Moslems verehrt werden. Die Palästinenser fürchten, daß dahinter die Absicht stehe, ihnen weiteres Land zu „rauben“. Netanyahu fand gleichzeitig große Zustimmung bei den jüdischen Siedlern und israelischen Nationalisten.

Das Grab Rachels liegt in Betlehem, die Grotte der Patriarchen in Hebron. Die israelische Entscheidung bezeichnete Abbas als „Provokation“, mit der die Friedensgespräche und die Beziehungen zwischen beiden Seiten gefährdet werden. Netanyahu warf Abbas vor, eine „heuchlerische Kampagne“ zu betreiben, denn an den beiden Orten „sind unsere Ahnen begraben, die es mit Nachdruck verdienen erhalten und renoviert zu werden“.

Im Grab der Patriarchen, das von den Moslems als Moschee von Al-Ibrahim bezeichnet wird, sollen Abraham, Isaak und Jakob sowie deren Frauen Sarah, Rebecca und Lea begraben sein. Seit Jahrzehnten steht es im Mittelpunkt großer Spannungen. In seiner Nähe haben sich inmitten von 170.000 Palästinensern rund 500 jüdische Siedler niedergelassen. 1994 tötete ein jüdischer Siedler 29 moslemische Palästinenser beim Freitagsgebet. Seither ist der heilige Ort geteilt.

Auch das Grab Rachels, der Lieblingsfrau Jakobs bei Betlehem ist Ursache für Konflikte. Die von Israel rund um die besetzten Gebiete errichtete Mauer wurde so gezogen, daß das Grab auf von Israel beanspruchtem Gebiet liegt. Den dafür notwendigen Verlauf der Mauer bezeichnen die Palästinenser als „Landraub“.

Die Entscheidung der israelischen Regierung wurde von den jüdischen Siedlern und Nationalisten begrüßt, die auf eine Besetzung immer größerer Teile der Palästinensergebiete drängen.

(Asianews/GN, Bild Asianews)

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