„Wirkliche Einheit ist ein Geschenk Gottes“

Lie­be Brü­der und Schwe­stern!

Die Gebets­wo­che für die Ein­heit der Chri­sten, die wir in die­sen Tagen bege­hen, ruft uns dazu auf, nach dem Vor­bild Chri­sti den himm­li­schen Vater dar­um zu bit­ten, daß sei­ne Kin­der, die Getauf­ten, alle eins sei­en, damit die Welt glaubt (vgl. Joh 17, 21). Das Gebet Jesu macht uns bewußt, daß wirk­li­che Ein­heit über unse­re Kräf­te hin­aus­geht und in erster Linie ein Geschenk Got­tes ist. So sagt das Zwei­te Vati­ka­ni­sche Kon­zil, daß das „hei­li­ge Anlie­gen der Ver­söh­nung aller Chri­sten in der Ein­heit der einen und ein­zi­gen Kir­che Chri­sti die mensch­li­chen Kräf­te und Fähig­kei­ten über­steigt“ (UR 24).

Daher ist neben unse­rem Ein­satz für brü­der­li­che Bezie­hun­gen und für einen auf­rich­ti­gen Dia­log, der bestehen­de Gegen­sät­ze zwi­schen Kir­chen und kirch­li­chen Gemein­schaf­ten zu klä­ren und aus­zu­räu­men ver­mag, das ver­trau­ens­vol­le und ein­mü­ti­ge Gebet zum Herrn uner­läß­lich.

In die­sem Jahr ist die Gestal­tung der Gebets­wo­che einer öku­me­ni­schen Grup­pe aus Schott­land anver­traut. Vor hun­dert Jah­ren fand in Edin­burgh eine Welt­mis­si­ons­kon­fe­renz statt, die ein beson­de­res Augen­merk auf den Zusam­men­hang zwi­schen der Ein­heit der Chri­sten und dem Zeug­nis für Chri­stus rich­te­te. Gera­de gegen­über einer Welt, die Chri­stus nicht kennt oder sich von ihm ent­fernt hat, braucht es eine glaub­wür­di­ge Ver­kün­di­gung von geein­ten, nicht zer­strit­te­nen Zeu­gen.

Die dies­jäh­ri­ge Gebets­wo­che nimmt die­ses The­ma wie­der auf, wenn sie sich unter das Wort Jesu stellt: „Ihr seid Zeu­gen dafür“ (Lk 24, 48). Wie die Jün­ger gemein­sam in Jeru­sa­lem ver­sam­melt waren, als sie die Bot­schaft der Auf­er­ste­hung Jesu ver­nah­men, so wol­len auch wir, Chri­sten aller Kon­fes­sio­nen, uns zusam­men­fin­den, gemein­sam Got­tes Wort hören und den Herrn um sei­nen Geist der Ein­heit und der Lie­be bit­ten.

Von Her­zen hei­ße ich alle deutsch­spra­chi­gen Pil­ger und Besu­cher will­kom­men. Wenn das Ver­hält­nis zu Gott recht ist, dann kön­nen auch die Bezie­hun­gen der Men­schen unter­ein­an­der recht sein. Hel­fen wir ein­an­der, den Weg zu Gott zu fin­den und die Freund­schaft zu ihm immer wei­ter zu ver­tie­fen. Got­tes Geist gelei­te euch auf allen Wegen.