Piusbruderschaft kritisiert Papst wegen seiner Aussage Juden und Christen „beten zum gleichen Gott“

(Men­zin­gen) In einem Kom­men­tar ver­öf­fent­licht auf der Sei­te der Prie­ster­bru­der­schaft St. Pius X. wird der Besuch Papst Bene­dikt XVI. scharf kri­ti­siert.

Bene­dikt XVI. hat wäh­rend sei­ner Anspra­che in der Syn­ago­ge das betont, was sei­ner Mei­nung nach das Juden­tum und den Katho­li­zis­mus ver­eint, und die Katho­li­ken dazu ein­ge­la­den – hier­in folg­te er Papst Johan­nes-Paul II. – „eine authen­ti­sche Brü­der­lich­keit mit dem Volk des Bun­des zu leben“. Er stell­te fest: „Chri­sten und Juden haben einen gro­ßen Teil ihres gei­sti­gen Erbes gemein­sam, sie beten zum glei­chen Gott, haben die­sel­ben Wur­zeln und blei­ben sich trotz­dem gegen­sei­tig fremd.“

Gewiß steht die­se Rede in voll­kom­me­ner Kon­ti­nui­tät mit der Erklä­rung Nostra Aeta­te des II. Vati­ka­ni­schen Kon­zils, aber kaum mit der Leh­re des ersten Pap­stes. Denn der hei­li­ge Petrus drück­te sich vor dem Volk Isra­el mit fol­gen­den Wor­ten aus: „ Ihr seid die Söh­ne der Pro­phe­ten und gehört dem Bund an, den Gott mit euren Vätern geschlos­sen hat, da er zu Abra­ham sag­te: ‚Durch dei­nen Nach­kom­men sol­len alle Stäm­me der Erde geseg­net wer­den.’ Für euch zunächst hat Gott sei­nen Knecht erweckt und ihn gesandt, daß er euch seg­ne, wofern sich ein jeder unter euch von sei­nen Übel­ta­ten abwen­det.“ (Apg 3,25–26)

Indem er sich an die Vor­ste­her des Vol­kes des Alten Bun­des wand­te, prä­zi­sier­te er: „Jener [Jesus Chri­stus] ist der Stein, der von euch Bau­leu­ten ver­wor­fen ward, der aber zum Eck­stein gewor­den ist. In kei­nem ande­ren ist das Heil. Denn es ist kein ande­rer Name unter dem Him­mel den Men­schen gege­ben, durch den wir das Heil erlan­gen sol­len.“ (Apg 4,11–12)

Und der hei­li­ge Pau­lus füg­te hin­zu: „Dar­um sei euch, Brü­der, kund­ge­tan: Durch die­sen [Jesus Chri­stus] wird euch die Ver­ge­bung der Sün­den ver­kün­det. Und von allem, wovon ihr durch das Gesetz des Mose nicht gerecht­fer­tigt wer­den konn­tet, wird durch die­sen ein jeder gerecht­fer­tigt, der da glaubt.“ (Apg 13,38–39)

Dem Bei­spiel der hei­li­gen Apo­stel Petrus und Pau­lus fol­gend, kann man nur hof­fen, daß das Heil dem jüdi­schen Volk ver­kün­det wer­de, wel­ches durch Jesus Chri­stus allen Men­schen gebracht wur­de. Aber es ist unmög­lich nach­voll­zieh­bar, wie ihnen die­se Heils­tat ver­kün­det wer­den soll durch eine Pre­digt, die von Grund auf von jener der Apo­stel abweicht, wel­che die Säu­len der katho­li­schen Kir­che dar­stel­len.