Das Moskauer Patriarchat verstärkt die Missionsarbeit in Sibirien, Fernost und Europa

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Patriarch Kirill
Bild: Asianews

(Moskau) Die russisch-orthodoxe Kirche beabsichtigt der Mission innerhalb und außerhalb der Grenzen Rußlands einen neuen Anstoß zu geben. Moskaus Patriarch Kirill übernahm zu diesem Zweck selbst die Leitung der Missionsabteilung des Patriarchats und erweitert es. Die Nachricht wurde auf der Internetseite des Patriarchats bekanntgegeben. Obwohl keine Details genannt werden, sieht Paul Globe, Experte für religiöse Angelegenheiten in der ehem. UdSSR, die Absicht des Patriarchats gegen in Rußland „nicht traditionelle“ Religionen aktiv zu werden. Dazu zählen neben den verschiedenen protestantischen Gemeinschaften auch die katholische Kirche.

Der Moskauer Patriarch Kirill bestätigte die Neuordnung der russisch-orthodoxen Missionsarbeit. Gemäß den Ankündigung des Leiters der russisch-orthodoxen Missionsabteilung, Erzbischof Ioann von Belgorod und Starij Oskol, soll die Abteilung ausgebaut werden. Zu den Neuerungen gehören u.a. eine Missionsstiftung und ein Arbeitsbereich „gegen Sekten und für die spirituelle Sicherheit“. Vor allem jedoch ein Seminar zur Ausbildung von Theologen und Missionaren. Von dort sollen bereits im Sommer die ersten Priester zur Missionstätigkeit in Sibirien und im Fernen Osten aufbrechen.

Der Großteil der Studenten am neuen Missionsseminar kämen aus dem Priesterseminar der Diözese Belgorod, die für ihre akzentuierten Vorbehalte gegen Protestanten, Katholiken und andere religiöse Minderheiten bekannt ist.

Laut Mihhail Zherebyatzev vom International Institute of Humanitarian and Political Research verlasse Patriarch Kirill die synodale Leitung der Kirchenführung zugunsten einer Zentralisierung. Manche sprechen von einem „vertikalen Umbau“ der Kirche nach dem Staatsmodell des ehemaligen russischen Staatspräsidenten und nunmehrigen Ministerpräsidenten Wladimir Putin.

Der neue Missionseinsatz zeigt sich auch in der Eröffnung des ersten Priesterseminars außerhalb der Grenzen der ehemaligen Sowjetunion. Das neue Seminar in Epinay-sous-Senart in Frankreich wurde in einem ehemaligen katholischen Kloster errichtet und zählt derzeit 12 Studenten.

(Asianews/GN)

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