Lehre der Kirche zur Homosexualität

Die Katho­li­sche Kir­che hält dar­an fest, „daß homo­se­xu­el­le Hand­lun­gen in sich nicht in Ord­nung“ und daher in kei­nem Fall zu bil­li­gen sind (Kate­chis­mus der Katho­li­schen Kir­che, Nr. 2357).

Men­schen mit homo­se­xu­el­len Nei­gun­gen oder Ten­den­zen ist jeden­falls „mit Ach­tung, Mit­ge­fühl und Takt zu begeg­nen“ (KKK 2358). Homo­se­xu­ell emp­fin­den­de Men­schen sind eben­so wie Hete­ro­se­xu­el­le „zur Keusch­heit geru­fen“ (KKK 2359), d.h. zu einer dem sitt­li­chen Gesetz ent­spre­chen­den „geglück­ten Inte­gra­ti­on der Geschlecht­lich­keit in die Per­son“ (KKK 2337). Jene Men­schen, die eine „objek­tiv unge­ord­ne­te“ homo­se­xu­el­le Nei­gung als „Prü­fung erfah­ren“, sol­len „die Schwie­rig­kei­ten, die ihnen aus ihrer Ver­faßt­heit erwach­sen kön­nen, mit dem Kreu­zes­op­fer des Herrn ver­ei­nen“ (KKK 2359).

Mit ihrer sich auf die Schöp­fungs­ord­nung bezie­hen­den Leh­re steht die Kir­che im Wider­spruch zu einer Auf­fas­sung, ver­tre­ten durch die „Gen­der-Ideo­lo­gie“, wonach der Mensch gleich­sam ein Recht habe, sei­ne sexu­el­le Ori­en­tie­rung frei zu wäh­len und es von glei­chem sitt­li­chen Wert sei, ob jemand eine Ehe in Offen­heit für Kin­der führt oder ob er ein homo­se­xu­el­les Zusam­men­le­ben wählt.

Eine Ant­wort auf die Fra­ge, ob es eine „The­ra­pie“ für Homo­se­xu­el­le geben kann, ist jedoch nicht Inhalt der kirch­li­chen Lehr­ver­kün­di­gung. Stö­run­gen der sexu­el­len Iden­ti­tät fest­zu­stel­len und geeig­ne­te Hil­fen anzu­bie­ten – dies immer in Ein­klang mit der frei­en Bereit­schaft der Betrof­fe­nen – ist Auf­ga­be medi­zi­ni­scher und psy­cho­lo­gi­scher Exper­ten. Dabei ist frei­lich dar­auf zu ach­ten, wel­ches Men­schen­bild sie ver­tre­ten und ob dies mit der christ­li­chen Leh­re ver­ein­bar ist; denn auch hier gibt es die Gefahr einer Kom­pe­tenz­über­schrei­tung in Rich­tung Ideologie.

(Prof. Dr. theol. habil. Josef Spindelböck/ news.stjosef.at)