Pakistan: Alarmierende Zunahme von Zwangsislamisierungen Minderjähriger

(Multan/ Lahore/ Frank­furt am Main) 60 Jah­re nach dem Tod des am 11. Sep­tem­ber 1948 ver­stor­be­nen Staats­grün­ders Paki­stans Ali Jin­nah, beklagt die Inter­na­tio­na­le Gesell­schaft für Men­schen­rech­te (IGFM) eine mar­kan­te Zunah­me von Zwangs­is­la­mi­sie­run­gen min­der­jäh­ri­ger Mäd­chen und zuneh­mend bedroh­te Men­schen­rechts­ver­tei­di­ger.

Wie jetzt bekannt wur­de, urteil­te am 9. Sep­tem­ber ein Bezirks­ge­richt in Mul­tan, daß ein von Mus­li­men ent­führ­tes 13jähriges, zwangs­is­la­mi­sier­tes und zwangs­ver­hei­ra­te­tes christ­li­ches Mäd­chen Mus­li­min blei­ben müs­se und ehe­reif sei. Sie wur­de ihrem mus­li­mi­schen Ent­füh­rer und Ehe­mann „zurück­ge­ge­ben“. Nur ihre zehn­jäh­ri­ge eben­falls ent­führ­te und zwangs­ver­hei­ra­te­te Schwe­ster durf­te zu ihren Eltern zurück­keh­ren.

Drei Mit­ar­bei­ter der Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on ‚Cent­re for Legal Aid Assi­stance and Sett­le­ment’ (CLAAS, in Laho­re), die sich für die Mäd­chen ein­ge­setzt hat, wur­den mit dem Tode und mit Anzei­gen wegen angeb­li­cher Blas­phe­mie bedroht. Radi­ka­le Mus­li­me ver­üb­ten 2008 bereits zwei Anschlä­ge auf den Lei­ter von der christ­li­chen Men­schen­rechts­or­ga­ni­sa­ti­on, ande­re Mit­ar­bei­ter muß­ten in den Unter­grund gehen. CLAAS will mit recht­li­chen Schrit­ten wei­ter für die Frei­heit des Mäd­chens kämp­fen.

In einem wei­te­ren Fall ent­führ­te eine isla­mi­sche Frau in Laho­re Ende Juni 2008 die 13jährige Chri­stin Sonia You­nis, ver­hei­ra­te­te das Mäd­chen mit ihrem Sohn Imran und zwang es zum Islam über­zu­tre­ten. Als Soni­as Eltern Anzei­ge erstat­ten woll­ten, zeig­te der zustän­di­ge Poli­zei­be­am­te ihnen die Urkun­de des Über­tritts ihrer Toch­ter zum Islam und der Hei­rat mit Imran. Die Poli­zei lehn­te eine Wei­ter­ver­fol­gung des Fal­les ab.

Nach Ein­schät­zung von CLAAS steht auch der neue Prä­si­dent Asif Ali Zar­da­ri min­de­stens genau­so unter dem Druck isla­mi­sti­scher Kräf­te wie sein Vor­gän­ger Per­vez Mus­har­raf. Die Auf­he­bung der Geset­ze, die Min­der­hei­ten und Frau­en dis­kri­mi­nie­ren, erscheint vor die­sem Hin­ter­grund als äußerst unwahr­schein­lich.

Wäh­rend dem Grün­der Paki­stans, Ali Jin­nah, 1947 ein tole­ran­ter Staat vor­schweb­te, in dem jeder frei sei­ner Reli­gi­on nach­ge­hen konn­te, trach­tet in der heu­ti­gen „Isla­mi­schen Repu­blik“ eine wach­sen­de Zahl von Mus­li­men danach, ihre Ver­si­on eines „wah­ren Islam“ mit allen Mit­teln durch­zu­set­zen. Dies führt zu Zwan­g­is­la­mi­sie­run­gen ins­be­son­de­re bei jun­gen, von Mus­li­men ent­führ­ten christ­li­chen Mäd­chen.

(PM)