Missionsgebetsmeinung des Heiligen Vaters

„Daß der Inter­na­tio­na­le Eucha­ri­sti­sche Kon­greß in Que­bec (Kana­da) die Bedeu­tung der Eucha­ri­stie für die Kir­che und die Mis­si­on bes­ser ver­ständ­lich macht“

Kom­men­tar zur Mis­si­ons­ge­bets­mei­nung des Hei­li­gen Vaters für den Monat Juni 2008

(Vati­kan) Die Eucha­ri­stie ist Quel­le und Höhe­punkt des gan­zen christ­li­chen Lebens (vgl. LG, 11). Die­se Wahr­heit wur­de mit beson­de­rem Glanz in der jüng­sten Leh­re des Pap­stes wie­der auf­ge­nom­men, der die gan­ze Kir­che ein­lädt, den Blick auf das Oster­ge­heim­nis Chri­sti zu rich­ten, das sich in der Eucha­ri­stie erneuert.

Die Eucha­ri­stie ist ein kon­ti­nu­ier­li­ches Flie­ßen der Drei­fal­tig­keit in der Welt. Im Heils­plan Got­tes für die Men­schen, ist er bereit, sei­nen Sohn für uns zu Opfern, damit wir das Leben haben und damit wir es in Fül­le haben (vgl. Joh 10, 10) Durch das Oster­ge­heim­nis Chri­sti hat sich die­se Offen­ba­rung der Lie­be Got­tes zu den Men­schen ver­wirk­licht. Jesus, der vom Vater gesandt wur­de, ent­sand­te sei­ner­seits die Apo­stel, die der Welt das ver­kün­den soll­ten, was sie gese­hen und gehört hatten.

Die täg­li­che Fei­er der Eucha­ri­stie macht den Tod und die Auf­er­ste­hung Jesu Chri­sti aktu­ell und die gan­ze erlö­sen­de Kraft des gestor­be­nen und auf­er­stan­de­nen Soh­nes im „Heu­te“ gegen­wär­tig. Die Kir­che lebt von der Eucha­ri­stie, durch sie begeg­net sie der Quel­le der eige­nen Dyna­mik und vor allem der Gemein­schaft des Lebens mit dem drei­fal­ti­gen Gott. Aus der Eucha­ri­stie spru­delt für alle Glie­der des mysti­schen Lei­bes das gött­li­che Leben. Sie macht unse­re per­sön­li­che Begeg­nung mit Chri­stus mög­lich, sie erlaubt uns sein Fleisch zu Essen und sein Blut zu trin­ken, damit wir selbst das Leben haben.

In der Pre­digt mit der der Papst Bene­dikt XVI. sein Pon­ti­fi­kat antrat, bekräf­tig­te er: „Es gibt nichts Schö­ne­res, als vom Evan­ge­li­um, von Chri­stus gefun­den zu wer­den. Es gibt nichts Schö­ne­res, als ihn zu ken­nen und ande­ren die Freund­schaft mit ihm zu schen­ken“ (Papst Bene­dikt XVI., Amts­ein­füh­rung, 24. April 2005).

Wenn es zu eine authen­ti­schen per­sön­li­chen Begeg­nung mit Chri­stus kommt, dann kann man die Begei­ste­rung die­ses Moments nicht für sich behal­ten. Man braucht nur an die Jün­ger von Emma­us zu den­ken, die als sie den Herrn beim Brot­bre­chen erkann­ten, sich bewußt wur­den, daß ihr Herz brann­te und sofort nach Jeru­sa­lem eil­ten, um mit ihren Brü­dern dir Freu­de der Begeg­nung mit dem Herrn mitzuteilen.

In sei­nem Apo­sto­li­schen Schrie­ben Sacra­men­tum cari­ta­tis schreibt der Papst zur Bezie­hung zwi­schen Eucha­ri­stie und Sen­dung: „Tat­säch­lich kön­nen wir die Lie­be, die wir im Sakra­ment fei­ern, nicht für uns behal­ten. Sie ver­langt von ihrem Wesen her, an alle wei­ter­ge­ge­ben zu wer­den. Was die Welt braucht, ist die Lie­be Got­tes – Chri­stus zu begeg­nen und an ihn zu glau­ben. Dar­um ist die Eucha­ri­stie nicht nur Quel­le und Höhe­punkt des Lebens der Kir­che, son­dern auch ihrer Sen­dung: „Eine authen­tisch eucha­ri­sti­sche Kir­che ist eine mis­sio­na­ri­sche Kir­che.“ (SC, 84)

Die Eucha­ri­stie gibt der Mis­si­on Impul­se und die Mis­si­on fin­det ihrer­seits ihre Quel­le in der Eucha­ri­stie. Die Teil­nah­me des gött­li­chen Lebens und das Zeug­nis von der Lie­be Got­tes zu allen Men­schen steht im Mit­tel­punkt der Mis­si­on. Das Mit­tei­len der Lie­be Chri­sti und des neu­en Wesens als Kin­der durch die Tau­fe ist ein unver­zicht­ba­res Erfordernis.

Im eucha­ri­sti­schen Chri­stus wur­de Gott uns ähn­lich, er wur­de unser Weg­ge­fähr­te. Jeder Mis­sio­nar muß des­halb in der Schu­le des Schwei­gens der eucha­ri­sti­schen Anbe­tung ler­nen, das eige­ne Leben wie Chri­stus für die­je­ni­gen hin­zu­ge­ben, die ihm anver­traut wurden.

Im Apo­sto­li­schen Schrei­ben Sacra­men­tum cari­ta­tis betont Papst Bene­dikt XVI.: „Beim Letz­ten Abend­mahl ver­traut Jesus sei­nen Jün­gern das Sakra­ment an, wel­ches das Opfer sei­ner Selbst­hin­ga­be ver­ge­gen­wär­tigt, das er im Gehor­sam zum Vater für unser aller Heil dar­bringt. Wir kön­nen nicht zum eucha­ri­sti­schen Mahl hin­zu­tre­ten, ohne uns in die Bewe­gung der Sen­dung hin­ein­zie­hen zu las­sen, die vom Inner­sten Got­tes selbst aus­ge­hend dar­auf abzielt, alle Men­schen zu errei­chen. Dar­um ist ein grund­le­gen­der Bestand­teil der eucha­ri­sti­schen Form des christ­li­chen Lebens das mis­sio­na­ri­sche Stre­ben“ (SC, 84).

Es gibt kei­ne Mis­si­on ohne Eucha­ri­stie und wir kön­nen ohne eucha­ri­sti­sches Leben nicht Mis­sio­na­re sein. Nur die Betrach­tung und die inten­si­ve Teil­nah­me am Geheim­nis der Eucha­ri­stie macht die leben­di­ge Prä­senz Chri­sti vor den Mit­men­schen möglich.

(Fides)