Unumstößliches Nein zur Euthanasie

(Vati­kan) Papst Bene­dikt XVI. hat den Umgang mit Tod­kran­ken als „eine der drin­gend­sten Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit“ bezeich­net. Kon­kret reg­te er u.a. die Ein­füh­rung eines „Ster­be­ur­laubs“ für Arbeit­neh­mer ana­log zum Eltern­schafts­ur­laub bei der Geburt eines Kin­des an. Men­schen, die ster­ben­de Fami­li­en­an­ge­hö­ri­ge bis zum Tod betreu­en, brau­chen die vol­le Unter­stüt­zung der Gesell­schaft, sag­te der Papst in einer pro­gram­ma­ti­schen Anspra­che vor den Ange­hö­ri­gen der Päpst­li­chen Aka­de­mie für das Leben, die an die­sem Mon­tag zu einem zwei­tä­gi­gen Kon­gress über die Beglei­tung Tod­kran­ker zusam­men­ge­tre­ten sind.


„Das Arbeits­recht räumt den Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen bei der Geburt eines Kin­des nor­ma­ler­wei­se bestimm­te Rech­te ein. Ähn­li­che Rech­te soll­ten den engen Ver­wand­ten eines tod­kran­ken Men­schen in sei­ner letz­ten Lebens­pha­se zuge­stan­den wer­den. Eine soli­da­ri­sche und huma­ne Gesell­schaft kann nicht über die schwie­ri­gen Umstän­de von Fami­li­en hin­weg­se­hen, die oft über lan­ge Zeit hin­weg die Last der Betreu­ung von Schwer­kran­ken zu Hau­se tra­gen müs­sen. Ein grö­ße­rer Respekt vor dem mensch­li­chen Leben geht unver­meid­lich über den Weg der kon­kre­ten Soli­da­ri­tät aller, und dies ist eine der drin­gend­sten Her­aus­for­de­run­gen unse­rer Zeit.“

Im Kampf um Die Zivil­ge­sell­schaft und die Gemein­schaft der Gläu­bi­gen müss­ten dabei zu mehr Syn­er­gien fin­den, reg­te Bene­dikt an. Das gel­te vor allem für die Ster­be­be­glei­tung an Armen.

„Die Schaf­fung oder Spe­zia­li­sie­rung von kirch­li­chen Ein­rich­tun­gen kön­nen die gan­ze sozia­le Umge­bung sen­si­bi­li­sie­ren, damit jedem lei­den­den Men­schen, vor allem den Ster­ben­den, Soli­da­ri­tät und Näch­sten­lie­be zuteil wer­den. Beson­ders nötig ist die Bün­de­lung aller trei­ben­den und ver­ant­wort­li­chen Kräf­te der Gesell­schaft für jene spe­zia­li­sier­ten Ein­rich­tun­gen, die per­so­nal­in­ten­siv sind beson­ders auf­wän­di­ge Gerät­schaft brau­chen.“

Nach­drück­lich warn­te Bene­dikt XVI. vor einem rein an der Nütz­lich­keit ori­en­tier­ten Men­schen­bild. Die­ses set­ze beson­ders alte und arme Men­schen unter einen „Eutha­na­sie-Druck“. Und noch ein­mal schärf­te der Papst den Ange­hö­ri­gen der Aka­de­mie für das Leben das Nein der Kir­che zur Eutha­na­sie ein. Er sprach von „fester und blei­ben­der ethi­scher Ver­ur­tei­lung jeder Form von direk­ter Eutha­na­sie, gemäß der Jahr­hun­der­te lan­gen Leh­re der Kir­che“. „Ordent­li­che“ lebens­er­hal­ten­de Maß­nah­men sei­en jedem Ster­ben­den unter allen Umstän­den zu garan­tie­ren, „außer­or­dent­li­che“ sei­en „mora­lisch legi­tim“, aber fakul­ta­tiv.

(RV)