Harter Schlagabtausch zwischen Bischöfen und Sozialisten – Parlamentswahlen in Spanien

(Madrid) Zwei Wochen vor den Par­la­ments­wah­len in Spa­ni­en ver­schärft sich der Ton zwi­schen der spa­ni­schen Bischofs­kon­fe­renz und der regie­ren­den sozia­li­sti­schen Par­tei PSOE von Mini­ster­prä­si­dent Zapa­tero. Die ver­gan­ge­nen Wahl­kampf­wo­chen waren gekenn­zeich­net von einem Schlag­ab­tausch nach dem ande­ren begin­nend beim Gene­ral­se­kre­tär des PSOE José Blan­co, der den Bischö­fen zum wie­der­hol­ten Male vor­warf, sich in die Poli­tik „ein­zu­mi­schen“, und den Diö­ze­sen mit der Strei­chung von wich­ti­gen öffent­li­chen Zuwen­dun­gen und Steu­er­erleich­te­run­gen droh­te. „Die Zukunft der Bischö­fe wird die Selbst­fi­nan­zie­rung sein, und das wird hart für sie wer­den“, spöt­tel­te Blan­co. Dabei han­delt es sich um eine veri­ta­ble Erpres­sung durch die anti­kle­ri­ka­le Regie­rung von José Luis Rodri­guez Zapa­tero, mit der sie die Kir­che zum Schwei­gen brin­gen möch­te.

Den Zorn der Sozia­li­sten hat­te Ende Janu­ar eine Stel­lung­nah­me der Bischofs­kon­fe­renz zu den Par­la­ments­wah­len erregt, in der die Bischö­fe, ohne eine direk­te Wahl­emp­feh­lung zu geben, die Bür­ger zu einer ver­ant­wor­tungs­be­wuß­ten Ent­schei­dung auf­for­der­ten: „Es gibt kei­ne Demo­kra­tie ohne Moral.“ Die Bischö­fe kri­ti­sier­ten dar­in von der Regie­rung Zapa­tero mit ihrem radi­ka­len Lai­zis­mus beschlos­se­ne Geset­ze, die dazu bei­tra­gen „die Demo­kra­tie auf­zu­lö­sen“ und eine Gesell­schaft ent­ste­hen las­sen, die „des­ori­en­tiert ein leich­tes Opfer von Mani­pu­la­ti­on, Kor­rup­ti­on und auto­ri­tä­ren Polit­for­men wird“. Vor allem ver­ur­teil­ten die Ober­hir­ten eine Rei­he von gesell­schafts­po­li­ti­schen Ent­schei­dun­gen, dar­un­ter die Lega­li­sie­rung von Homosexuellen-„Ehe“ (2005) und gegen den Lebens­schutz, aber auch die Regie­rungs­po­li­tik gegen­über der bas­ki­schen Ter­ror­or­ga­ni­sa­ti­on ETA.

Bei­ßend fiel die Ant­wort der Regie­rung aus. Die PSOE bezeich­ne­te die Stel­lung­nah­me der Bischö­fe als „unmo­ra­lisch“, „schein­hei­lig und bös­wil­lig“. Die Aggres­si­vi­tät der Sozia­li­sten dürf­te auch ihre Ent­täu­schung über das Schei­tern der Regie­rungs­ver­hand­lun­gen mit den bas­ki­schen Sepa­ra­ti­sten offen­le­gen. Nicht weni­ger extrem fiel die Reak­ti­on des sozia­li­sti­schen Außen­mi­ni­sters Miguel Angel Mora­ti­nos aus, der die Hal­tung der Bischö­fe als „inte­gra­li­stisch, fun­da­men­ta­li­stisch und neo­kon­ser­va­tiv“ beschimpf­te.

Nach den Angrif­fen „ver­sprach“ der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Bischofs­kon­fe­renz Anto­nio Kar­di­nal Cani­za­res, daß die Kir­che „nie schwei­gen wer­de, und von den Mäch­ten die­ser Erde auch nie zum Schwei­gen gebracht wer­den wird“. Er bezeich­ne­te die Behaup­tun­gen der Regie­rung als „fal­sche und unge­rech­te Urtei­le, die jene dis­qua­li­fi­zie­ren, die sie äußern“. Laut aktu­el­len Umfra­gen soll Zapa­teros PSOE knapp vor der bür­ger­li­chen Volks­par­tei PPE Rajoys lie­gen.

(CR/JF)