100. Todestag des Tiroler China-Missionars P. Josef Freinademetz – Gedenkgottesdienst in der Kathedrale von Peking

(Peking) Heu­te jährt sich zum 100. Mal der Todes­tag des Chi­na-Mis­sio­nars P. Josef Freinade­metz. In der katho­li­schen Kathe­dra­le von Peking fand bereits am ver­gan­ge­nen Frei­tag aus die­sem Anlaß ein fei­er­li­cher Gedenk­got­tes­dienst statt. Anwe­send waren auch der öster­rei­chi­sche Bot­schaft Mar­tin Saj­dik und der ita­lie­ni­sche Bot­schaf­ter Ric­car­do Ses­sa. „Die Spra­che, die alle ver­ste­hen, ist die Lie­be“, hat­te P. Freinade­metz gesagt. Noch heu­te ist die Erin­ne­rung an den Mis­sio­nar aus Tirol in vie­len katho­li­schen Gemein­schaf­ten Chi­nas leben­dig, den sie „Vater des Glücks“ nann­ten, „Vater Fu Shen-Fu“.

Öster­reichs Bot­schaf­ter Saj­dik trug in der Eucha­ri­stie­fei­er die Lesung vor, die vom Kanz­ler der Erz­diö­ze­se Peking, Mathi­as Zhen Xue Bin, zele­briert wur­de. Der Bot­schaf­ter besuch­te nach Abspra­che mit den chi­ne­si­schen Behör­den auch das Grab des Stey­ler Mis­sio­nars in Dai Jia Zhuang in der Pro­vinz Shan Dong.

P. Josef Freinade­metz, wur­de am 15. April 1852 im klei­nen ladi­ni­schen Dolo­mi­ten­dorf Oies im Tiro­ler Gader­tal gebo­ren. Nach sei­nem Stu­di­um in der Bischofs­stadt Bri­xen wur­de er dort 1875 zum Diö­ze­san­prie­ster geweiht. 1878 ging er nach Hol­land und trat in Steyl dem Mis­si­ons­or­den der Gesell­schaft des Gött­li­chen Wor­tes (SVD) bei. Bereits 1879 erhielt er das Mis­si­ons­kreuz und brach mit einem Mit­bru­der nach Chi­na auf. Nach einer ersten Zeit in Shang­hai, grün­de­ten sie 1881 die Mis­si­on von Süd-Shan­tung mit damals 158 Chri­sten. Freinade­metz wirk­te 30 Jah­re für die Evan­ge­li­sie­rung Chi­nas. Bei sei­nem Tod zähl­te die Mis­si­on 20.000 Gläu­bi­ge.

Freinade­metz folg­te sei­nem gro­ßen Vor­bild Matteo Ric­ci und paß­te sich äußer­lich den Chi­ne­sen mög­lichst an. Sein beson­de­res Augen­merk galt der Kate­chi­sten- und der Prie­ster­aus­bil­dung. Chi­na wur­de sei­ne neue Hei­mat, die er auch nicht wäh­rend des gefähr­li­chen Boxer­auf­stan­des ver­ließ. So schrieb er: „Ich bin inzwi­schen mehr Chi­ne­se als Tiro­ler und will auch im Him­mel Chi­ne­se sein.“ Und: „Für mei­ne Chi­ne­sen will ich leben und ster­ben.“ Und so soll­te es sein. P. Josef Freinade­metz starb am 28. Janu­ar 1908 in Taikia (heu­te Dai Jia Zhuang) an Typhus, mit dem er sich bei der Kran­ken­pfle­ge ange­steckt hat­te.

In Taikia befin­det sich auch noch heu­te sein Grab, das Ziel chi­ne­si­scher Pil­ger ist. Sei­ne sterb­li­chen Über­re­ste wur­den aber wahr­schein­lich wäh­rend der kom­mu­ni­sti­schen Kul­tur­re­vo­lu­ti­on exhu­miert und ver­brannt. 1975 wur­de Josef Freinade­metz gemein­sam mit P. Arnold Jans­sen, dem Grün­der der Stey­ler Mis­sio­na­re, von Papst Paul VI. selig­ge­spro­chen. 2003 erfolg­te durch Papst Johan­nes Paul II., wie­der­um gemein­sam mit Jans­sen, die Hei­lig­spre­chung.

Das Erz­bis­tum Peking konn­te wegen der poli­ti­schen Ver­hält­nis­se seit 1967 nicht mehr vom Hei­li­gen Stuhl besetzt wer­den. Seit damals ernann­te die Chi­ne­si­sche Katho­lisch-Patrio­ti­sche Ver­ei­ni­gung zwei Erz­bi­schö­fe.

(Fides/RP)