Bischof Chen Xilu gestorben – 20 Jahre in kommunistischen Arbeitslagern

(Hengs­hui) Wie erst jetzt bekannt wur­de, ist Msgr. Mat­tia Chen Xilu, Bischof von Hengs­hui in der nord­chi­ne­si­schen Pro­vinz Hebei, im 80. Lebens­jahr ver­stor­ben. 20 Jah­re sei­nes Lebens ver­brach­te der katho­li­sche Bischof in Gefäng­nis­sen und Arbeits­la­gern des kom­mu­ni­sti­schen Regimes.

Bischof Chen Xilu wur­de am 6. Febru­ar 1928 in einer bereits seit Genera­tio­nen katho­li­schen Fami­lie gebo­ren. Nach sei­ner Aus­bil­dung zum Grund­schul­leh­rer trat er 1950 in das Prie­ster­se­mi­nar von Shang­hai ein. Par­al­lel absol­vier­te er ein Medi­zin­stu­di­um. 1955 wur­de er vom dor­ti­gen Bischof und spä­te­ren Kar­di­nal Igan­zio Kung Pig­mei zum Prie­ster geweiht.

Offi­zi­ell arbei­te­te er als Arzt und war gleich­zei­tig als Seel­sor­ger tätig. 1958 wur­de er vom kom­mu­ni­sti­schen Staat zu sie­ben Jah­ren Gefäng­nis und drei Jah­ren Arbeits­la­ger ver­ur­teilt. 1969 kehr­te er in sei­nen Geburts­ort zurück, wur­de aber sofort wie­der ver­haf­tet und zu wei­te­ren zehn Jah­ren Arbeits­la­ger ver­ur­teilt. Erst 1979 wur­de er teil­wei­se reha­bi­li­tiert und ihm erlaubt, an der Haupt­schu­le sei­nes Hei­mat­or­tes Eng­lisch zu unter­rich­ten. Neben­bei setz­te er geheim die Seel­sor­ge fort. An Sams­ta­gen und Sonn­ta­gen rei­ste er, teil­wei­se als fah­ren­der Händ­ler getarnt, in die nähe­re und wei­te­re Umge­bung, um die ver­streu­ten Gläu­bi­gen zu besu­chen und in den Dör­fern und Fami­li­en zu evangelisieren.

Nach 1980, als das Regime eine etwas grö­ße­re reli­giö­se Tole­ranz zeig­te, nahm er die Seel­sor­ge wie­der offen auf. In jener Zeit gelang es ihm, eine gro­ße Augen­kli­nik, das Catho­lic Xi Lu Opti­cal, zu eröff­nen. Sei­ne Mit­ar­bei­ter beschrei­ben ihn als freund­li­chen und eif­ri­gen Prie­ster, theo­lo­gisch gut aus­ge­bil­det und fähig in der Ver­wal­tung, vor allem treu und geschickt in der Ver­tei­di­gung der Rech­te der Kir­che. Er war Gene­ral­vi­kar von Hengs­hui, als ihn der Papst an die Spit­ze der Diö­ze­se berief. 1996 wur­de er zunächst Koad­ju­tor von Bischof Pie­tro Fan Wenxing, dem er 1999 nach­folg­te. Als Bischof war er sowohl vom Papst als auch von der Regie­rung in Peking anerkannt.

2002 erlitt Msgr. Chen Xilu Hirn­blu­tun­gen und fiel in ein Koma, aus dem er nicht mehr erwa­chen soll­te. Seit Anfang 2004 liegt die Lei­tung der Diö­ze­se in den Hän­den sei­nes 45-jäh­ri­gen Koad­ju­tors, Msgr. Pie­tro Feng Xinmao.

Die Diö­ze­se Hengs­hui liegt rund 300 Kilo­me­ter süd­lich von Peking und zählt mehr als 25.000 Katho­li­ken und 40 Prie­ster, 60 Ordens­schwe­stern und 15 Semi­na­ri­sten. Meh­re­re der im Hei­li­gen Jahr 2000 von Papst Johan­nes Paul I. selig­ge­spro­che­nen chi­ne­si­schen Mär­ty­rer stamm­ten aus die­ser Diö­ze­se, dar­un­ter auch Pie­tro Wu, ein Lai­en­ka­te­chet, der wegen sei­nes Glau­bens 1814 getö­tet wur­de. Bischof Chen Xilu leg­te beson­de­ren Wert, die Erin­ne­rung an die­se Mär­ty­rer zu pflegen.

(Fides/RP)