Mit Israel zu verhandeln ist nicht leicht

(Vati­kan) Erneut kri­ti­siert ein Vati­kan­ver­tre­ter die Gesprä­che mit Isra­el. Das gemein­sa­me State­ment nach der letz­ten Ver­hand­lungs­run­de von Jeru­sa­lem sage „wirk­lich alles, was man nur sagen kann — näm­lich nichts. Das Nichts, das es aus­drückt, ist die Rea­li­tät.“ Das mein­te Erz­bi­schof Anto­nio Maria Veglio‘ von der Ost­kir­chen­de­le­ga­ti­on, der zur Vati­kan-Dele­ga­ti­on bei den Gesprä­chen vor vier Tagen gehör­te, bei einem Gespräch mit Jour­na­li­sten im Vatikan.

Immer wie­der kommt aus dem Vati­kan Kri­tik am schlep­pen­den Fort­gang der Gesprä­che über Steu­er- und Eigen­tums­fra­gen der Kir­che im Hei­li­gen Land. Sie hal­ten schon seit vier­zehn Jah­ren an und haben immer noch nicht zu greif­ba­ren Ergeb­nis­sen geführt. Es gebe aller­dings noch einen posi­ti­ven Aspekt, so der Geist­li­che wei­ter: „‚Immer­hin reden wir wei­ter­hin mit­ein­an­der. Ich hof­fe, daß die­ser gute Wil­le auf bei­den Sei­ten nicht unter­geht — aber das ist natür­lich eine lan­ge dau­ern­de Schwer­ge­burt. In klei­nem Kreis sind wir zwar gut vor­an­ge­kom­men, aber in der Voll­ver­samm­lung ging es dann bei den sen­si­blen Punk­ten über­haupt nicht wei­ter.´“ Es sei nicht leicht, mit Isra­el zu ver­han­deln, so der Erz­bi­schof weiter.
„Das gemein­sa­me Doku­ment sagt: Solan­ge nicht alles beschlos­sen wor­den ist, ist noch nichts beschlos­sen. Nun gibt es zwar schon einen Kon­sens über einen Teil des Tex­tes, aber über ande­re eben noch nicht. Und weil die­ser Vor­be­halt da am Anfang des Tex­tes steht, brau­che ich wohl nicht aus­zu­füh­ren, was das bedeu­tet. Natür­lich — wenn man von Frie­den oder den Rech­ten der Frau spricht, sind sich alle noch einig, aber sobald man zu den Details kommt, zu den Steu­ern etwa, dann kom­men gleich Dif­fe­ren­zen auf.“

Vor kur­zem hat­te der frü­he­re Nun­ti­us in Isra­el, Pie­tro Sam­bi, der israe­li­schen Sei­te feh­len­den poli­ti­schen Wil­len zu einem Abkom­men mit dem Vati­kan vor­ge­wor­fen. Der Hei­li­ge Stuhl hat­te dar­auf­hin prä­zi­siert, Sam­bi gebe damit nur sei­ne eige­ne Mei­nung wie­der… — wenn auch eine in lan­ger Erfah­rung her­an­ge­reif­te Meinung.

Eben­falls im Vati­ka­ni­schen Pres­se­saal dämpf­te Papst-Spre­cher Pater Fede­r­i­co Lom­bar­di auch Erwar­tun­gen, der Papst kön­ne even­tu­ell 2008 nach Isra­el rei­sen. Der Jesu­it ließ durch­blicken, daß dafür aus sei­ner Sicht die Zeit noch nicht reif ist; außer­dem sei­en für 2008 schon ande­re gro­ße Rei­sen im Pro­gramm des Pap­stes. Dar­um kön­ne von einem Besuch in Isra­el näch­stes Jahr „kei­ne Rede sein“.

(Ansa/rv)