„Sein und Sollen des Menschen“ – Internationales Symposium zum Naturrecht

Gast­vor­trag von Dr. Hans-Jochen Vogel

Unter dem Titel „Sein und Sol­len des Men­schen“ befaßt sich vom 23. bis 25. Janu­ar 2008 ein inter­na­tio­na­les Sym­po­si­on an der KU aus dezi­diert phi­lo­so­phisch-theo­lo­gi­scher Per­spek­ti­ve mit Fra­gen des Natur­be­griffs bzw. des natür­li­chen Sit­ten­ge­set­zes. Die ideen­ge­schicht­li­chen Wur­zeln all­ge­mei­ner Men­schen­rech­te rei­chen in der west­li­chen Zivi­li­sa­ti­on weit zurück und wir­ken bis in die Gegen­wart: Schon in der Anti­ke wur­de die Vor­stel­lung ver­tre­ten, daß über dem fehl­ba­ren Recht der mensch­li­chen Gesetz­ge­ber ein höhe­res, unge­schrie­be­nes und zeit­lo­ses Natur­recht steht, das gött­li­chen Ursprungs ist. Auch Tho­mas von Aquin bezeich­ne­te spä­ter in sei­ner Sum­ma theo­lo­giae Got­tes ver­nünf­ti­ge Len­kung der Schöp­fung als das „ewi­ge Gesetz“. Aus die­ser Über­zeu­gung lei­tet sich ab, daß jeder von Natur aus unver­äu­ßer­li­che Rech­te hat, wie bei­spiels­wei­se das Recht auf Menschenwürde.

Mit dem Sym­po­si­on „Sein und Sol­len des Men­schen“ kommt die KU einer Bit­te von Papst Bene­dikt XVI. nach: Kurz vor sei­ner Wahl bat er die katho­li­schen Uni­ver­si­tä­ten, drän­gen­de Fra­gen die­ser The­ma­tik wei­ter zu ver­tie­fen. Ver­an­stal­tet wird die Tagung vom Lehr­stuhl für Fun­da­men­tal­theo­lo­gie an der KU mit Unter­stüt­zung der Deut­schen Forschungsgemeinschaft.

Mehr als 20 Refe­ren­ten wer­den sich Lauf des Sym­po­si­ons aus viel­fäl­ti­gen Per­spek­ti­ven der Fra­ge des Natur­rechts nähern: So sol­len aktu­el­le Pro­blem­stel­lun­gen wie die Dis­kus­si­on um den Hirn­tod oder das The­ma Neu­ro­bio­lo­gie und Frei­heit eben­so zur Spra­che kom­men wie die Grund­la­gen poli­ti­schen Han­delns. In die­sem Zusam­men­hang konn­te mit Dr. Hans-Jochen Vogel (Bun­des­ju­stiz­mi­ni­ster a.D.) ein pro­mi­nen­ter Gast­red­ner gewon­nen wer­den, der sich am 23. Janu­ar in sei­nem öffent­li­chen Vor­trag dem The­ma Die Ach­tung und der Schutz der Men­schen­wür­de als zen­tra­le Auf­ga­be der Poli­tik wid­men wird.

Zudem sol­len der Natur­be­griff bzw. das Natur­recht auch inter­kul­tu­rell und inter­re­li­gi­ös betrach­tet wer­den: Gibt es neben allen reli­giö­sen Wert­vor­stel­lun­gen auch eine gemein­sa­me Auf­fas­sung von der mensch­li­chen Natur? Wie wer­den ethi­sches Ver­hal­ten und Natur­recht im asia­ti­schen, isla­mi­schen und jüdi­schen Kul­tur­kreis beschrie­ben? Wel­che Chan­cen bestehen für ein uni­ver­sa­les Ethos?

Den Abschluß der Tagung bil­det ein öffent­li­cher Vor­trag von Bischof Mgr. Dr. Wil­lem J. Eijk (Bischof von Gro­nin­gen-Lee­u­war­den, Nie­der­lan­de), der am 25. Janu­ar zum The­ma Die Rele­vanz der bio­lo­gi­schen Natur des Men­schen für die medi­zi­ni­sche Ethik spre­chen wird.

Ein detail­lier­tes Pro­gramm des Sym­po­si­ons fin­det sich unter hier. Die Vor­trä­ge der Tagung fin­den im Senats- bzw. Fest­saal der Som­mer­re­si­denz (Osten­stra­ße 26, Eich­stätt) statt. Inter­es­sen­ten haben noch bis 14. Dezem­ber Gele­gen­heit, sich für die Tagung anzu­mel­den, die Teil­nah­me ist kosten­los. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind erhält­lich bei Prof. Dr. Chri­stoph Böt­tig­hei­mer (Lehr­stuhl für Fundamentaltheologie,