„Erniedrigung des Türkentums“

(Istan­bul) Ein Gericht hat in erster Instanz den Chef­re­dak­tor der ein­zi­gen arme­nisch-tür­ki­schen Zei­tung Arat Dink und den Inha­ber der Zei­tung, Ser­kis Sero­py­an, wegen „Ernied­ri­gung des Tür­ken­tums“ zu je einem Jahr Gefäng­nis auf Bewäh­rung ver­ur­teilt. Arat Dink ist der Bru­der des arme­ni­schen Jour­na­li­sten Hrant Dink, der von einem Jugend­li­chen in Istan­bul auf offe­ner Stra­ße erschos­sen wur­de. Auf Druck aus Euro­pa haben sowohl Erdogan als auch Gül mehr­fach eine Ände­rung des berüch­tig­ten Para­gra­phen 301 (Ernied­ri­gung des Tür­ken­tums) ver­spro­chen, doch bis­her wur­den kei­ne Anstal­ten dazu getrof­fen. Der Kom­men­tar zu die­sem Para­gra­phen erwähnt das Arme­ni­er-Pro­blem als Bei­spiel für „Ernied­ri­gung des Tür­ken­tums“.

(JF)