Seligsprechungsverfahren für Van Thuan, dem „lebenden Märtyrer“

(Vati­kan) Für den viet­na­me­si­schen Kuri­en­kar­di­nal Fran­cois-Xavier Nguy­en Van Thu­an wird es ein Selig­spre­chungs­ver­fah­ren geben. Das hat der päpst­li­che Rat für Gerech­tig­keit und Frie­den mit­ge­teilt, den der Kar­di­nal als Prä­si­dent gelei­tet hat­te. Van Thu­an starb an einem Krebs­lei­den am 16. Sep­tem­ber 2002 und damit genau vor fünf Jah­ren. Frü­he­stens nach Ver­strei­chen die­ser Zeit­span­ne kann laut Kir­chen­recht ein Selig­spre­chungs­ver­fah­ren begin­nen. Als Postu­la­to­rin wird die argen­ti­ni­sche Anwäl­tin Sil­via Moni­ca Cor­rea­le den Pro­zess betreu­en, wie der der­zei­ti­ge Prä­si­dent des Rates für Gerech­tig­keit und Frie­den, Kar­di­nal Rena­to Raf­fae­le Mar­ti­no, bekannt gab. Kom­men­den Mon­tag emp­fängt Papst Bene­dikt XVI. eine Dele­ga­ti­on des Rates sowie Ange­hö­ri­ge der viet­na­me­si­schen Gemein­de in Rom in sei­ner Som­mer­re­si­denz Castel Gan­dol­fo. — Van Thu­an, der als „leben­der Mär­ty­rer“ galt, ver­brach­te in sei­ner Hei­mat Viet­nam unter den kom­mu­ni­sti­schen Macht­ha­bern ins­ge­samt 13 Jah­re im Gefäng­nis, bevor Papst Johan­nes Paul II. ihn nach Rom berief.

(RV)