Kölner Generalvikar weist im domradio die Kritik an Kardinal Meisner scharf zurück

(Köln) Der Köl­ner Gene­ral­vi­kar Dr. Domi­nik Schwa­der­lapp hat am Sams­tag­nach­mit­tag im dom­ra­dio Inter­view mehr Ver­ständ­nis für Kar­di­nal Meis­ner ein­ge­for­dert. Im Hin­blick auf die Dis­kus­sio­nen um die umstrit­ten Pre­digt von Kar­di­nal Meis­ner sag­te er: „Der aus­ge­lö­ste Wir­bel zeigt, da fehlt das nöti­ge Wohl­wol­len, das man auch einem Kar­di­nal Meis­ner ent­ge­gen­brin­gen muß.“ Jeder Mensch brau­che ein Wohl­wol­len, ohne das es kein Ver­ständ­nis gebe. Der Köl­ner Kar­di­nal befin­de sich gegen­wär­tig in einer Situa­ti­on, in dem ihm die­ses wohl­wol­len­de Ver­ständ­nis nicht ent­ge­gen­ge­bracht wer­de. Alle „unvor­ein­ge­nom­men Hörer“ der Pre­digt hät­ten das Anlie­gen des Kar­di­nals ver­stan­den.
Es sei dem Kar­di­nal um sein immer wie­der for­mu­lier­tes Anlie­gen gegan­gen, daß eine Welt ohne Gott ent­gött­licht wer­de und sich dann auch wider den Men­schen wen­de. „Ein Kul­tus ohne Gott wür­de in sich erstar­ren, und was eine Kul­tur ohne Gott bedeu­tet, haben wir im letz­ten Jahr­hun­dert in Euro­pa gese­hen“, so inter­pre­tier­te der Gene­ral­vi­kar sei­nen Kar­di­nal. „Wenn man hier ein ein­zi­ges Wort iso­liert und Asso­zia­ti­on des Natio­nal­so­zia­lis­mus dem unter­legt und damit dem Kar­di­nal vor­wirft, daß er die­ses Voka­bu­lar oder die­ses Den­ken benutzt, dann kann ich dies nur in aller Schär­fe zurück­wei­sen. Nichts liegt dem Kar­di­nal fer­ner, als das natio­nal­so­zia­li­sti­sche Gesell­schafts­bild oder Kul­tur­bild.“, so Schwa­der­lapp im dom­ra­dio auf die Fra­ge, ob der Kar­di­nal sei­ne Bot­schaft nicht habe anders for­mu­lie­ren müs­sen.
Kar­di­nal Meis­ner sei inzwi­schen wie geplant nach Rumä­ni­en auf­ge­bro­chen, um dort eine Kir­che ein­zu­wei­hen, die vom Erz­bis­tum Köln unter­stützt wer­de. Zur Reak­tio­nen der Öffent­lich­keit und dem enor­men Pres­se­echo und der Reak­ti­on Meis­ners sag­te der Gene­ral­vi­kar: „ Das hat den Kar­di­nal schon getrof­fen. Zumal es dia­me­tral ent­ge­gen­ge­setzt ist zu dem, was er gemeint hat!“

(PM/JF)