[Aktualisiert] Theologische Kommission beschäftigte sich mit dem Heil ungetauft gestorbener Kinder

„Wir kön­nen sagen, daß wir vie­le Grün­de für die Hoff­nung haben, daß die­se Babys erlöst wer­den“, sag­te der Gene­ral­se­kre­tär der Inter­na­tio­na­len Theo­lo­gi­schen Kom­mis­si­on der ame­ri­ka­ni­schen Nach­rich­ten­agen­tur Catho­lic News Ser­vice. End­gül­ti­ge Gewiß­heit gebe es aber nicht.

Die Kom­mis­si­on leg­te nach mehr­jäh­ri­ger Bera­tung das Doku­ment mit dem Titel Die Hoff­nung auf Heil für unge­tauft gestor­be­ne Kin­der vor. Seit 2004 dis­ku­tiert die Kom­mis­si­on die­ses The­ma. Aus­zü­ge wur­den in der US-ame­ri­ka­ni­schen Zeit­schrift Ori­gins ver­öf­fent­licht. Der gesam­te Text wird in der ita­lie­ni­schen Zeit­schrift Civil­tà  Cat­to­li­ca erschei­nen.

Papst Bene­dikt XVI., der 1985 als Chef der Glau­bens­kon­gre­ga­ti­on beton­te, der Lim­bus sei „nie­mals defi­nier­te Glau­bens­wahr­heit“ gewe­sen, hat das Doku­ment im Janu­ar appro­biert.

Die Tau­fe blei­be zwar der ordent­li­che Heils­weg, heißt es im Bera­tungs­do­ku­ment. Es sei aber das Bewußt­sein dafür gewach­sen, daß Gott die Ret­tung aller Men­schen wol­le. Ein als Vor­höl­le gedach­ter so genann­ter „Lim­bus“, in dem Kin­der ohne Schmerz, aber auch ohne Got­tes­nä­he exi­stier­ten, spie­ge­le eine „unan­ge­mes­sen restrik­ti­ve Sicht von Ret­tung“ wider.

Mit der Pro­ble­ma­tik Lim­bus beschäf­tig­ten sich schon die Kir­chen­vä­ter

Die Theo­lo­gie unter­schei­det zwi­schen der Höl­len­stra­fe, Aus­schluß von der bese­li­gen­den Got­tes­schau, die poe­na dam­ni, und die poe­na sen­sus, die durch äuße­re Mit­tel ver­ur­sacht und nach der Auf­er­ste­hung des Lei­bes auch mit den Sin­nen emp­fun­de­ne Stra­fe.

Wäh­rend Augu­sti­nus und vie­le latei­ni­sche Kir­chen­vä­ter der Mei­nung sind, daß die mit Erb­sün­de behaf­te­ten ster­ben­den Kin­der auch die poe­na sen­sus erdul­den müs­sen, wenn auch in einer sehr mil­den Form, leh­ren die grie­chi­schen Kir­chen­vä­ter und die Mehr­zahl der scho­la­sti­schen und neue­ren Theo­lo­gen, daß sie nur die poe­na dam­ni erlei­den müs­sen.

Der Straf­ort für unge­tauf­te unschul­di­ge Kin­der soll ein Auf­ent­halts­ort oder Zustand sein, der außer­halb des Him­mels ist, Lim­bus Puer­oum - Vor­höl­le der Kin­der. Pius VI. ver­tei­dig­te die­se Leh­re.

Neu und ori­gi­nell sind die Gedan­ken der Kom­mis­si­on nicht
Der ein­zi­ge Weg, der sich tat­säch­lich aus der Offen­ba­rung bewei­sen läßt, auf außersa­kra­men­ta­ler Wei­se die Wie­der­ge­burt zu erlan­gen ist die Blut­tau­fe — Opfer des beth­le­he­mi­ti­schen Kin­der­mor­des.

Mit Blick auf den Heils­wil­len Got­tes (1 Tim 2, 4) neh­men schon seit eini­gen Jahr­zehn­ten Theo­lo­gen ande­re Ersatz­mit­tel ohne sakra­men­ta­le Tau­fe für die ster­ben­den Kin­der an, wie Gebet und Ver­lan­gen der Eltern oder der Kir­che (stell­ver­tre­ten­de Begier­de­tau­fe) oder Erlan­gen des Ver­nuft­ge­brau­ches im Augen­blick des Todes, so daß sich das ster­ben­de Kind für oder gegen Gott ent­schei­den kön­ne (Begier­de­tau­fe), oder Lei­den und Tod des Kin­des als Qua­si-Sakra­ment (Lei­dens­tau­fe). Die­se und wei­te­re Ersatz­mit­tel der sakra­men­ta­len Tau­fe sind wohl mög­lich, doch kann ihre Tat­säch­lich­keit aus der Offen­ba­rung nicht bewie­sen wer­den.

(JF)